Wenn Sie Gesundheits-Websites lesen oder bekannten Ärzten folgen, haben Sie wahrscheinlich schon das Schlagwort „Entzündung“ gehört. Vielleicht haben Sie sogar Leute gehört, die Wundermittel wie die „entzündungshemmende Diät“ angepriesen haben.

Bist du verwirrt?

Viele nehmen Entzündungen als äußere Anzeichen wahr: Schwellungen, Blutergüsse und so weiter. Aber tatsächlich spielt eine unkontrollierte Entzündung bei fast allen schweren Krankheiten eine Rolle, einschließlich Krebs, Herzkrankheiten, Diabetes, Alzheimer und sogar Depressionen.

Entzündungen treten auf natürliche Weise im Körper auf. Aber wenn etwas schief geht oder zu lange dauert, kann das schmerzhafte Prozesse auslösen. Aus diesem Grund verbringen Forscher so viel Zeit damit, es herauszufinden – und Wege zu entwickeln, dem entgegenzuwirken.

„Entzündungen treten auf natürliche Weise in Ihrem Körper auf. Aber wenn etwas schief geht oder zu lange andauert, kann das schmerzhafte Prozesse auslösen.“

zu viel gut

Entzündungen sind die erste Verteidigungslinie Ihres Körpers gegen Toxine, Infektionen und Verletzungen.

Wenn Ihre Zellen in Not sind, setzen sie Chemikalien frei, um das Immunsystem zu alarmieren. Das Immunsystem sendet seine Ersthelfer – Entzündungszellen – aus, um den Schadstoff einzufangen oder das Gewebe zu heilen. Im Verlauf dieser komplexen Ereigniskette fließt Flüssigkeit aus den Blutgefäßen zur Verletzungsstelle und verursacht offensichtliche Schwellungen, Rötungen und Schmerzen. Diese Symptome können unangenehm sein, aber sie sind für den Heilungsprozess notwendig.

Das Entzündungsproblem: Mit der Zeit kann man zu viel des Guten bekommen. Bei chronischen Entzündungen ist Ihr Körper ständig in höchster Alarmbereitschaft.

Ein längerer Ausnahmezustand kann zu irreparablen Schäden an Herz, Gehirn und anderen Organen führen. Verweilen beispielsweise Entzündungszellen zu lange in den Blutgefäßen, tragen sie zur Ansammlung gefährlicher Plaques bei. Der Organismus hält diese Plaque für fremd und schickt mehr seiner Ersthelfer. Wenn sich Plaque weiter aufbaut, können sich die Arterien verdicken, was die Wahrscheinlichkeit eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls stark erhöht.

Ebenso kann eine Entzündung im Gehirn bei der Alzheimer-Krankheit eine Rolle spielen. Viele Jahre lang wurde angenommen, dass das Gehirn aufgrund der Blut-Hirn-Schranke – einer Art eingebautem Sicherheitssystem – gegen Entzündungen verschlossen ist, aber Wissenschaftler haben bewiesen, dass Immunzellen in Zeiten von Stress in das Gehirn eindringen können und dies auch tun. Ihre Rolle beim Fortschreiten der Krankheit ist jedoch noch nicht klar.

Warum sich Forscher auf Entzündungen konzentrieren

Wenn man diese und viele andere Krankheitsprozesse zusammenfasst, ist leicht zu erkennen, warum Entzündungen ein heißes Forschungsthema sind. Das genaue Verständnis der Krankheitsursache kann zu effektiveren Interventionen und Behandlungen führen, um sie zu stoppen.

Die Wissenschaft der Fettleibigkeit bietet ein Beispiel. Wir werden mehr darüber erfahren, wie Fettleibigkeit eine Entzündungskaskade auslöst, die zu Stoffwechselstörungen wie Insulinresistenz führt. Genau zu verstehen, wie diese Kaskade funktioniert, könnte zur Behandlung solcher Erkrankungen führen.

Beispielsweise entdeckte Xiaoxia Li, Ärztin am Lerner Research Institute, kürzlich, dass das MyD88-Protein hilft, die Entzündungskaskade bei Fettleibigkeit zu koordinieren. Die Studie von Dr. Lee zeigte, dass Änderungen an MyD88 Entzündungen und Insulinresistenz bei Mäusen, die mit einer fettreichen Ernährung gefüttert wurden, reduzieren könnten. Weitere Forschungen, die diese Ergebnisse bestätigen, könnten zu einem besseren Verständnis und sogar zu einer zielgerichteten Therapie führen.

Was kannst du jetzt tun

Von Zeit zu Zeit kann es aufgrund von leichten Infektionen, Allergien oder Verletzungen zu Entzündungen kommen. Es ist in Ordnung. Und nicht jede Beule oder Prellung erfordert entzündungshemmende Medikamente.

Sie können sich jedoch auf Lebensstilentscheidungen konzentrieren, die das Risiko einer chronischen Entzündung verringern, die zu der Krankheit führt. Es wurde gezeigt, dass viele Faktoren des Lebensstils eine Rolle bei zellulären Entzündungen spielen, wie Rauchen, Fettleibigkeit, chronischer Stress und übermäßiger Alkoholkonsum. Glücklicherweise können Sie diese Faktoren kontrollieren. Und wenn Sie die Hilfe eines medizinischen Fachpersonals benötigen, steht es Ihnen zur Verfügung.

Arbeiten Sie mit Ihrem Arzt zusammen, um einen Plan zur Raucherentwöhnung zu erstellen, und seien Sie sich bewusst, dass viele Menschen mehrere Versuche brauchen, um erfolgreich zu sein. Fragen Sie nach einem Plan, um durch eine gesündere Ernährung und Bewegung Gewicht zu verlieren, und seien Sie sich bewusst, dass Medikamente und chirurgische Optionen für schwerere Fälle verfügbar sind. Seien Sie vorsichtig bei wundersamen Diätansprüchen, aber lassen Sie sich bei Bedarf von Ihrem Arzt und Ernährungsberater beraten. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Stressbewältigungstechniken, wenn Ihr Arbeits- oder Familienleben nicht für Sie funktioniert.

Forscher lernen jeden Tag mehr über die fehlenden Verbindungen zwischen Entzündungen und Krankheiten. Aber bis wir mehr Antworten haben, besteht Ihre beste Verteidigung gegen Entzündungen darin, die Faktoren zu kontrollieren, die Sie kontrollieren können.